Schlagwort Archiv: Punk

Front + Giulio Galaxis

Front

Konzert

Konzert am 10. April 2015 in Lucky’s Luke

Front (Wiesbaden)

Oktober 2003: Fünf junge Männer sitzen im Wiesbadener Infoladen. Beim gepflegten Pils entdecken sie ihre gemeinsame Vorliebe für alte Deutschpunkbands wie Mittagspause, SYPH, Abwärts, KFC oder Male. Mit fortschreitendem Alkoholpegel beschließen sie, eine Band zu gründen. Gesagt, getan. Ein paar Wochen später trifft man sich im Proberaum im Wiesbadener Schlachthof und FRONT ist geboren. Musikalisch sperrig, kantig, aber immer bissig, von den 80ern inspiriert, aber nicht darin zurückgeblieben. “Sie klingen so dermaßen retro und sind dabei doch sowas von neu, unverbraucht und lebendig. Es gibt auf diesem Feld keine bessere Band in Deutschland. Es gibt niemanden, der sich so stark an dem alten Sound von MALE, ABWÄRTS, S.Y.P.H., FEHLFARBEN und MITTAGSPAUSE orientiert und dabei so verdammt nah an die Genialität der Originale heranreicht. Ich würde sogar soweit gehen zu behaupten: Wenn diese Songs 1980 erschienen wären, sie besäßen heute Kultstatus !!!!”, schrieb das Punkrock-Fachorgan Plastic Bomb einmal. Jetzt, zwölf Jahre später, blicken FRONT auf drei veröffentlichte Longplayer, eine 10“, eine Split-7” und eine Live-CD sowie zahlreiche Konzerte in der gesamten Bundesrepublik zurück. Mit dem fortschreitenden Alter sind sie vielleicht weiser geworden, aber nicht leiser!

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Giulio Galaxis (Irgendwo im Saarland)

Galaktischer Milchstraßenfeger mit bärtigem Gesicht! …und jungen Beinen! Was hier an gesammeltem Oldschool Wissen und frischem Blut zu einer Art German Hardcore Superhirn zusammengebastelt wurde, sucht sicherlich seines Gleichen in unserem Land. Weit weg von Bollo-Hardcore Marke “Unterhemd , Schlagring und nichts zu sagen, kommt hier die goldene Ära des Positive-Hardcores zurück – allerdings mit cleveren Texten in deutscher Sprache! In dieser Form sicherlich einmalig, Wer auch nur eine einzige LP im Schrank hat, die Anfang der achziger Jahre in der Bay Area aufgenommen wurde und einen Funken Herz für Melodie und Tempo, der sagt hier nur nein, wenn er sich im Moshpit bereits mehrfach die Glatze geprellt hat. Giulio Galaxis has landed – um in DEINEM Garten am Ohrfeigenbaum zu rütteln. Beware!
Jörkk Mechenbier (Love A)

Giulio Galaxis

Giulio Galaxis

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Matula + margret. + Kaptain Kaizen

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Konzert

Konzert am 13. März 2015 in Lucky’s Luke

Matula (Hamburg)

Unaufgeregt. Das ist das erste Wort, die erste (nicht-) Regung, die mir spontan in den Sinn kommt, wenn ich an die Band MATULA denke. Bitte nicht verwechseln mit dem Mangel an Aufregung, den sogenannte „Fahrstuhlmusik“ erzeugt. Eher so wie Bruce Willis in einem der Filme, mit denen ich – und sicherlich auch diese vier Jungs aus (aktuell) Hamburg und Kiel – aufgewachsen sind: Zuerst mal ein paar Zigaretten rauchen und in den Hosentaschen nach Munition suchen, ehe Türen eingetreten werden. Dann erst beidhändig feuern und alle umlegen. Und mit „alle“ meine ich natürlich nur die bösen Jungs, klar. Und das Ganze dann eben in der norddeutschen Version:
„Yippie ya yeah“, Digger. Denn in unserer schnelllebigen, grellen, digital an uns vorbeihuschenden Gegenwart, braucht es Menschen, braucht es Bands, die den Blinker auch mal setzen, um rechts ran zu fahren, statt zu überholen. Innehalten, zugunsten von Inhalten. Um den Strömungen und Trends und all den darin befindlichen Nichtigkeiten dieser, unserer Zeit, oft besorgt, aber immer aufmerksam zuzuschauen. Die sich gelassen zurücklehnen, um getreu dem Motto „know your enemy“ zu beobachten, um anschließend zu wissen, wovon sie sprechen – und zu entscheiden, was sie von alledem nicht brauchen. Aufgewachsen in Neumünster – wer wäre da zwischen der Enge einer ordinären Kleinstadt und dem turbokapitalistischen Geiz des ortsansässigen Media-Marktes nicht zum Punkrocker geworden? Sie? Dann schenken sie diese Platte bitte einem Menschen, der noch nicht verloren ist.


Alles andere wäre unverantwortlich.


Wenn Sie jedoch nicken, beim Lesen dieser Zeilen, dann hören sie auch genau hin, beim Abspielen dieser Schallplatte. Denn da in zehn Jahren zwangsläufig viel passiert und Individuen zum wachsen neigen, werden sie feststellen, dass auch MATULA und die Menschen, die sich dahinter verbergen, gewachsen sind. An den Möglichkeiten, den Unmöglichkeiten, an den Chancen, den Träumen und den Ängsten ihrer selbst – und ihrer Generation. Die Gefahr, die Thees Uhlmann lt. eigener Aussage (ironischerweise) in zeitgenössischer, deutscher Popmusik oft vermisst, die ist hier bei genauerem Hinsehen definitiv vorzufinden. Das erkennt zumindest jeder, der bei dem Namen John McLane zuallererst einmal an Zigaretten denkt. Denn auch wenn die coole, alte Jacke „Punkrock“ nur noch leidlich passt – so hängt sie doch noch immer im Schrank. Und ich wage zu behaupten, dass sie noch immer ein bisschen nach Bier riecht – und nach dem Rauch, den ein brennendes Polizeiauto nun einmal entwickelt…

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 Fotos der Veranstaltung

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